Julie Légère ~ Geheimnisse der Hexen ♠♠♠♠

~ Werbung, weil Rezensionsexemplar.

Alle Meinungen trotzdem meine eigenen.

Vielen Dank an Frau Kiening für die Bereitstellung! ~

 

Es beginnt schon wunderschön: Auf dem Cover glitzert einem die Schrift und die Sterne entgegen, das Vorsatzpapier ist mit passenden Symbolen gestaltet und beim ersten Durchblättern sieht man, dass jede Seite liebevoll gestaltet wurde.

Ich habe aus Platzgründen als Autorin nur Julie Légère gelistet, aber eigentlich ist dieses hübsche Meisterwerk eine Gemeinschaftsarbeit, zusammen mit Elsa Whyte (Co-Autorin) und Laura Pérez (Illustrationen) sowie den Übersetzerinnen Katharina Schmidt und Barbara Neeb.

 

"Die Geschichte war uns selten wohlgesinnt."

 

Ich dachte zunächst, es sei mehr eine fiktive Darstellung, musste aber schnell feststellen, dass es wirklich mehr Sachbuch ist, das allerdings auch jüngere Leser*innen ab 12 anspricht - bspw. werden viele Begriffe erklärt und die Hexen erzählen ihre Geschichten aus der Ich-Perspektive. Geschickt mischen die Autorinnen Fiktion mit heidnischen Bräuchen, so wandern die Kapitel von Etymologie zu geschichtlichen Abhandlungen - mittelalterliche Hexenverfolgungen über Salem zu aktueller Popkultur - bis hin zu einem eigenen kleinen Grimoire, mit dessen Hilfe die lesende Junghexe ihre ersten eigenen Schritte in Richtung Magie unternehmen kann. Als Wicca finde ich es immer spannend, neue magische Bücher zu entdecken - besonders, wenn sich diese eher an ein jüngeres Publikum richten. Die Damen Légère und Whyte haben ihre Hausaufgaben allerdings gemacht - und erzählen die geschichtlichen Ereignisse sogar aus der Wir-Perspektive ("unsere Schwestern"). Einziges Manko ist hierbei, dass kein einziges Mal erwähnt wird, dass es auch männliche Hexen gibt.

Eingestreut finden sich immer wieder Biografien berühmter weiblicher Hexen: Kirke, Marie Laveau und Hermine sind dabei nur die bekanntesten Namen. Durch das zumeist grausige Ende der Hexen würde ich davon abraten, es als Gute-Nacht-Geschichte zu verwenden.

Amüsanter wird es dann in der Neuzeit, wenn Frauenbewegungen das Hexentum zurückerobern und positiv konnotieren (Darf ich dazu auch Alix Harrows "The Once and Future Witches" empfehlen?). Hier hätte ich mir noch mehr Informationen zu den diversen neuheidnischen Strömungen gewünscht, denn es wird nur Wicca erwähnt.

 

"Tremate, tremate, le streghe son tornate!"

(Ital.: Zittert, zittert, die Hexen sind zurück!)

 

Als ich das Buch auf Instagram entdeckte, musste ich sofort an Benjamin Lacombes wunderschönes "Lisbeth und das Erbe der Hexen" denken (s.u.). Ich habe glücklicherweise noch eine alte Ausgabe im Schuber, zusammen mit dem Grimoire über berühmte Hexen ergattert, aber wer nur die neue Ausgabe ohne Grimoire hat, dem sei dieses Werk als Ersatz ans Herz gelegt.

 

Insgesamt eine liebevoll gestaltete Einführung in die Welt der Hexen, in der man immer wieder blättern und die tollen Illustrationen genießen und Fakten nachschlagen kann. Leider viel zu kurz (80 Seiten), ich hatte es an nur einem Tag durch!

 

~ 02.02.21

 

P.S.: Falls ihr euch auch fragt, was Mary Wigmans "Hexentanz" ist, voila:

Innenansichten


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zuletzt aktualisiert 24.09.2021

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