Matt Haig ~ Weihnachtstrilogie

1. Ein Junge namens Weihnacht ♠♠♠

Nikolas ist eigentlich ein trauriges Kind. Seine Mutter starb, als er klein war, sein Vater ist arm und er hat nur eine Steckrübe zum Spielen. Dennoch hat er ein gutes Herz und ist so liebenswürdig und freundlich, dass es kaum zum Aushalten ist.

Eines Tages bekommt Nikolas' Vater eine einmalige Gelegenheit: der König hat eine Belohnung ausgesetzt für denjenigen, der ihm die Existenz von Wichteln beweisen kann. Und so begibt sich Joel mit einigen anderen Männern auf eine gefährliche Expedition und lässt den armen Nikolas bei seiner scheußlichen Tante zurück...

 

Da dies der erste Band der Weihnachtstrilogie ist und die Hintergründe des Weihnachtsmanns beschreibt, ist es (im Gegensatz zum quirligen fröhlichen 3. Band) streckenweise ziemlich traurig und depri. Dennoch gibt Nikolas niemals auf und verliert niemals die Hoffnung. Also durchaus eine sehr weihnachtliche Geschichte und auch die niedlichen Wichtel kommen nicht zu kurz.

Ich mag den 3. trotzdem lieber.

 

~ Lilith ~

12.12.2018

2. Das Mädchen, das Weihnachten rettete ♠♠♠♠

Nachdem in Band 1 die Vorgeschichte vom Weihnachtsmann erzählt wurde, folgt in Band 2 die Vorgeschichte von Amelia, ihres Zeichens Waise und wie viele andere Kinder Arbeiterin in einer schrecklichen Fabrik. Doch Amelia hat etwas, das der Weihnachtsmann dringend braucht: Sie hat unerschütterliche Hoffnung und den Glauben an die Magie in der Welt noch nicht verloren - sie allein kann Weihnachten retten...

 

Der zweite Band handelt zwar auch von einem deprimierten Kind, aber er ist fröhlicher / hoffnungsvoller als der erste. Es hat mir Spaß gemacht, dabei zuzulesen, wie der Weihnachtsmann und die Elfen alle aus Band 3 bekannten Figuren zusammensammeln - und unterwegs nicht nur Charles Dickens, sondern auch Queen Victoria begegnen!

Erneut ein großes weihnachtliches Lesevergnügen - ich freue mich darauf, nächstes Jahr alle Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen!

 

"Without hope, there would be no magic."

~ Lilith ~

10.12.2019

3. Ich und der Weihnachtsmann ♠♠♠♠♠

Amelia, ein ehemaliges armes Arbeiterkind aus London, lebt jetzt beim Weihnachtsmann in Finnland bei den Wichteln. Doch nicht alles in Wichtelgrund ist Sonnenschein: eine finstere Intrige bedroht Weihnachten selbst. Das kann Amelia, das Mädchen, das Weihnachten rettete, natürlich nicht zulassen!

 

Ich bin verliebt. So verliebt war ich das letzte Mal in September. Es ist herrlich!

Die Charaktere sind niedlich, quirky und nachvollziehbar und die Geschichte strotzt vor liebevoll-verrückten Einfällen. Beispielsweise muss der Priester-Wichtel, der ein Paar verheiratet, so viele ultraschlechte Witze erzählen, bis beide losprusten - dann sind sie verheiratet. Oder eine der Wichtelinnen wurde nach dem Lieblingsniesen ihrer Mutter benannt (man schwankt zwischen What the WHAT? und Bwahaha!)

 

Wie man am Titel sieht, ist dies allerdings der dritte Band. Ich habe das Buch in St. Wendel gefunden und musste es haben mit all dem hübschen Grün und Glitzer - und es gibt noch zwei, hurra! Die muss ich gleich bestellen. Bin gleich zurück.

 

So, wo das geschafft ist: das muss euch aber von gar nix abhalten, alle Anspielungen auf die Vorgeschichte werden erklärt, die Handlung ist in sich geschlossen und kann alleinstehend gelesen werden. Falls ihr mit dem hübschen roten Buch anfangen wollt, perfekt - falls ihr lieber das grüne wollt, auch gut!

 

Hatte ich schon die süßen Illustrationen erwähnt? Chris Moulds Stil erinnert mich stark an Chris Riddells, aber weniger gruselig. Vielleicht liegt das auch an den fluffigen Wichteln als Motiv? Ein wenig gruselig hingegen sind die aktuellen politischen Parallelen, die wohl nur die erwachsenen Leser verstehen werden. Kindern wird - ganz im Geiste Weihnachtens - Toleranz, Nächstenliebe, Verständnis und unerschütterliche Hoffnung beigebracht.

 

Wenn ihr euch also in kindisch-kreative Weihnachtsstimmung bringen wollt: unbedingt zugreifen!

 

"Bücher sind das allerbeste Geschenk. Nichts reicht an sie heran."

 

"Bücher und Bäume, das ist praktisch dasselbe. Bücher sind Bäume, die träumen."

 

~ Lilith ~

06.12.2018