Jenny Colgan ~ Happy Ever After

1. Wo das Glück zu Hause ist ~ The Bookshop on the Corner

2. Wo das Leben dich anlächelt ~ The Bookshop on the Shore ♠♠♠

~ Werbung, weil Rezensionsexemplar. Alle Meinungen meine eigenen! Vielen Dank an Piper für die Bereitstellung! ~

 

Zoe hat es nicht leicht: Als Alleinerziehende versucht sie, ihren Job, ihr Leben in London und natürlich ihren stummen Sohn zu organisieren. Dass der Vater nicht gerade engagiert ist und sie am Existenziminimum lebt, hilft nicht.

Als sich also die Gelegenheit bietet, in Schottland als Kindermädchen bei kostenloser Unterkunft zu arbeiten, ergreift sie die Chance.

 

Der extrem kitschige deutsche Titel hatte mich zunächst abgeschreckt (auf Englisch geht es um "The Bookshop on the Shore"), aber Schottland und Bücher können mich noch immer locken. Obwohl dies der zweite Band der Happy-Ever-After-Reihe ist, ist er größtenteils unabhängig - ich habe den ersten Teil nicht gelesen. Scheinbar dreht er sich um Nina und ihren Bücherwagen, die hier auch als Nebencharakter auftaucht - ich konnte aber keine Lücken in der Handlung feststellen. Nina ist in diesem Band schwanger und außer Gefecht, kommt daher nur sporadisch vor, weswegen auch Zoe als Zweitjob den Bücherbus für sie betreut.

 

Die Autorin hat ihre Recherche scheinbar leider nicht besonders gründlich betrieben - mir sind mehrere Fehler aufgefallen und so war es sehr störend, jedes Mal ein mulmiges Gefühl zu haben, ob das so stimmt, was da steht. So schreibt sie beispielsweise, dass "Gloaming" der Abendnebel sei, der von den Hügeln rollt und "Haar" der Morgennebel über dem Loch ist. Der Haar entsteht aber im Sommer an der Küste und kann sich tagelang halten (vgl. z. B. Wikipedia) - was die Autorin als Ex-Edinburgherin eigentlich wissen müsste, denn dort kommt er häufiger vor.

Irritiert hat mich auch, dass die Geschichte am Loch Ness spielt, die Familie sogar Urquart [sic!] heißt, aber Urquhart Castle kein einziges Mal erwähnt wird. Das ist doch die Location dort, da würde ich meinen Bücherbus direkt hinfahren!

Und am Ende ist dann "ihn zu küssen [...] alles, was sie sich je gewünscht hat" - Bullshit, sie wollte ihren Lebensunterhalt sichern und dass es ihrem Kind gut geht. So ein Kitsch, sorry. Und natürlich reißt sich auch ihr Exfreund am Ende zusammen und aaaalles wird gut.

 

Okay, das klingt jetzt ziemlich negativ, ich bin wohl nicht für kitschige, super-vorhersehbare Enden geschaffen. Es war ein schöner geistiger Ausflug zu den seltsamen Schotten und es ging sehr viel um Bücher und um Hoffnung - alles wunderbare Dinge, die man in der aktuellen Krise gut als Ablenkung gebrauchen kann. Ich hatte kurz überlegt, mir den ersten Teil besorgen, aber das Ende und die Dicke (600 Seiten) haben es mir verleidet. Dafür hab ich zuviele ungelesene Bücher im Schrank stehen. Falls euch also etwas Romantikkitsch nichts ausmacht, greift zu!

 

"Sie hatte nur wenig über Schottland gewusst, nämlich, dass es dort eisig und voller Drogenabhängiger war,

die gern frittierte Marsriegel aßen."

~ 08.08.20


Kommentare: 0