Filmrezension: Die Insel der besonderen Kinder

Dinge, die ich schon ewig auf Seitenhain machen wollte:

1. Rezensionen von Buchverfilmungen

2. Verlosungen

Dank der lieben Frau Kessler von Droemer Knaur kann ich diesen Herbst endlich beides tun! Sie hat mir nicht nur zwei kostenlose Eintrittskarten geschickt, sondern auch zwei Exemplare der Filmausgabe, die ich an euch weiterreichen darf.

 

Die Rezensionen zur Buchreihe findet ihr hinter diesem Link.

 

Darsteller:

Miss Peregrine: Eva Green

Jacob: Asa Butterfield (Hugo Cabret!)

Emma: Ella Purnell

Bronwynn: Pixie Davies

Olive: Lauren McCrostie

Miss Avocet: Judy Dench

Und auf der Gegenseite [Barron]: Samuel L. Jackson

Regisseur: Tim Burton

Kostüme: Colleen Atwood

Soundtrack: Florence and the Machine

 

Handlung:

Jacob war schon immer ein wenig anders und der typische Außenseiter. Sein Großvater erzählt ihm immer Geschichten von Monstern und Kindern mit besonderen Fähigkeiten. Jacob schiebt die Monster auf Großvaters Erlebnisse in der Nazi-Zeit, tut sie als Fantasien eines senilen Mannes ab. Bis Großvater Portmann stirbt und Jacob sich auf die Suche nach den Kindern aus Opas Geschichten macht und dabei ein verschlafenes Dorf in Wales findet...

 

Die Bücher waren fantastisch, der Trailer ist vielversprechend und die hochkarätige Besetzung weiß zu locken. Ohne zu zögern war ich also dabei, als der Verlag kostenlose Tickets vergeben durfte. Als das Cinestar auch noch eine Preview veranstaltete, sodass wir den Film vor dem offiziellen Start sehen konnten, war ich kaum noch zu halten. Ist das nicht das schönste Ticket, das ihr je gesehen habt? Leider darf man die nicht behalten, sie müssen bei der Filmgesellschaft eingereicht werden. Schnüff. Zum direkten Vergleich habe ich Adam mitgeschleift, er hat die Bücher (noch) nicht gelesen und konnte sich daher ganz auf den Film einlassen.

 

Schon vorab ist im Trailer offenbar geworden, dass Emmas Besonderheit mit der von Olive vertauscht wurde - sie hat jetzt Luft statt Feuer. Diese Änderung kann ich nicht nachvollziehen, vielleicht ergibt es optisch dramatischere Effekte, vielleicht wollte man der Herzdame mehr zu tun geben - aber storytechnisch hat es keinen großen Unterschied gemacht und wenn man es nicht weiß, funktioniert es einwandfrei.

Auch die Änderung von Olives Alter kann ich nicht verstehen. Ich  mochte das kleine schwebende Mädchen. Jetzt ist sie eine schlacksige rothaarige Teenagerin.

Eva Green und Dame Judy Dench leisten großartige Arbeit als vogelähnliche Heimleiterinnen. Sie sitzen auf Sofalehnen, rucken mit dem Kopf und von den krallenartigen Nägeln wollen wir gar nicht erst anfangen. Ich mag beide sehr gern und sie sind in diesen Rollen fabelhaft besetzt worden.

 

A propos fabelhaft: wer wäre besser geeignet, einen gruseligen, gothic-artigen Film über merkwürdige Kinder auf einer Insel zu drehen als Tim Burton? Ich war ja wirklich skeptisch, ob es möglich ist, das seltsame Flair der Fotos und der Geschichte auf die Leinwand zu bringen, aber Burton ist da ganz in seinem Element - und überzeugt mal wieder mit dem richtigen Händchen für das düstere Genre. Zusammen mit Colleen Atwood hat er eine visuell umwerfende Kulisse für die doch eher ruhige Handlung erschaffen.

Wer mit Adleraugen aufgepasst hat, konnte bestimmt den Regisseur selbst in der Jahrmarktszene entdecken. Jetzt fängt Burton auch schon an wie Alfred Hitchcock - dies allerdings eher unfreiwillig, wie man hier nachlesen kann.

 

Die Handlung ist größtenteils beibehalten worden, einige Details wurden geändert (mit wem Jacob seinen Opa findet,  Dr. Golans Geschlecht), aber die größte Änderung ist wohl das Ende des Films. Wie heutzutage so üblich, muss es natürlich eine epische Schlacht zwischen Gut und Böse geben und die Handlung braucht ein ordentliches Ende (im Buch muss man für Miss Peregrines Rettung auf den zweiten Band warten, die drei Bände gehen ineinander über). Die Szenen im Zirkus und auf dem Pier wirken tatsächlich etwas reingeschnitten und als einzige nicht ganz stimmig. Jacob stellt sich dümmer an, als er ist, Barron hat immer das letzte Wort und die Hollows werden mit Handys gefilmt? Ich musste mehrmals seufzen, weil es etwas unglaubwürdig wurde. Letzten Endes will aber der Zuschauer selbst entscheiden können, ob er sich den nächsten Film auch ansieht und daher ist es verständlich, dass ein vernünftiger Abschluss hermusste.

 

Alles in allem muss ich sagen, dass die Umsetzung großartig gelungen ist. Das verschlafene Dörfchen, in dem etwas nicht stimmt, die besonderen Kinder, die nicht so unschuldig sind, wie sie aussehen und natürlich die gruseligen Hollows - alles fügt sich zu einem tollen Schauermärchen in bekannter Tim-Burton-Manier zusammen. Die Schriftart im Vorspann ist dieselbe wie auf den Büchern und die Fotos, die Großvater Portman zeigt, kamen mir auch verdächtig bekannt vor. Ich liebe es, wenn der Film dem Buch Hommage zollt.

 

Noch ein Hinweis: das Buch war ja schon reichlich creepy und eher was für die Jugendliche oder All-Age Sparte, aber ein Buch kann immer nur so gruselig sein, wie man es sich ausmalt. Der Film hingegen ist sehr grafisch und definitiv nicht für Kinder geeignet (Stichwort Augen)! Vielleicht hätte ich ihn nicht in der Spätpremiere vor dem Schlafengehen sehen sollen...

 

Passend zum Film gibt es auch einen begleitenden Kunstband. Schaut euch außerdem die fantastisch-schöne Geschichtensammlung "Tales of the Peculiar" an! Ich freue mich auf das Erscheinen des dritten Bandes nächsten Monat, wie findet ihr den Film / die Bücher?

 

Schließlich das Gewinnspiel:

Um eines von zwei Exemplaren der Filmausgabe zu gewinnen, müsst ihr mir nur in den Kommentaren verraten, welche Verfilmung eines Buches euer Favorit ist und/oder welche besondere Fähigkeit ihr gerne hättet. Eingänge werden bis Halloween berücksichtigt, danach gebe ich mit dem Monatsrückblick die Gewinner bekannt! Es entscheidet der Lostopf. Eine Glücksfee suche ich mir noch, hihi.

 

UPDATE: Die Gewinner sind ausgelost, herzlichen Glückwunsch an "Tamara Reisdorf" und "Gumble316"!

Bitte mailt mir eure Adressen an lilith@seitenhain.de


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Kommentare: 8
  • #1

    Agga Kastell (Mittwoch, 05 Oktober 2016 16:28)

    Harry Potter natürlich! Ich hätte gerne die Fähigkeit, Gleichgültigkeit in Empathie zu verwandeln. Super Artikel. Ich freu mich schon auf den Film.

  • #2

    Mareike Brüning (Donnerstag, 06 Oktober 2016 09:20)

    Mein Favorit bei Verfilmungen ist und bleibt Game of Thrones. :) Klingt übrigens als müsste ich den Film sehen! :D

  • #3

    Gumble316 (Donnerstag, 06 Oktober 2016 10:09)

    Ich fand die Verfilmung von "A Long Way Down" super!

  • #4

    Tamara Reisdorf (Donnerstag, 06 Oktober 2016 10:13)

    Meine Lieblingsverfilmung ist die Bienenhüterin (oder auch The secret life of bees), da sowohl das Buch als auch der Film wichtige Schlüsselmomente zum Thema Mitgefühl, Rechte, Leben und Tod vermitteln. Als Fähigkeit wünsche ich mir als Sozialarbeiterin nicht irgendwann an gegebenen Strukturen bzw. Vorfällen zu "verbittern" sondern mein Mitgefühl dadurch zu stärken.

  • #5

    Santiago (Donnerstag, 06 Oktober 2016 21:30)

    Auch meine Lieblingsverfilmung ist wohl Harry Potter. Großartige Filme! Und noch viel großartigere Bücher!
    Ich bin sehr gespannt auf Miss Peregrine und ihre besonderen Kinder...
    Eine besondere Fähigkeit?
    Mit Pflanzen sprechen wäre wirklich eine tolle Fähigkeit! :-)

  • #6

    Bluemoon (Samstag, 08 Oktober 2016 15:15)

    Ich fand die Verfilmung von Harry Potter einfach toll und ich würde gerne heiltränke erstellen können und den Umgang der unsichtbar macht, den hätte ich gerne.

  • #7

    Thomas Hagen (Sonntag, 23 Oktober 2016 20:06)

    Meine absoluten Favoriten: die Verfilmungen von Pipi Langstrumpf mit Inger Nilsson.
    Die sind kongenial und schmälern nicht die von den Büchern verursachten Phantasiebilder, sondern schaffen zusätzliche neue.
    Und die liebevolle Machart passt in der Stimmung zu den Büchern.
    Und bis in die nebenrollen hinein machen sie Spaß (Hans Clarin! Margot Troger!)

    Eine Fähigkeit, die ich gerne hätte: mir sofort Namen merken zu können.

  • #8

    Adam (Samstag, 29 Oktober 2016 13:01)

    Die Insel der besonderen Kinder hat mir auch wahnsinnig gut gefallen, aber ich denke, Harry Potter bleibt auch meine liebste Verfilmung.
    Ich glaube der berühmte nekhrunische "Moment der Erkenntnis" wäre eine wunderbare Möglichkeit; man könnte Menschen auch andere, schönere Perspektiven aufzeigen oder ihnen helfen, Probleme zu erkennen und Scheuklappen abzulegen,
    ihnen einen neuen Blickwinkel zeigen, ohne sie dabei zu etwas zu zwingen, was nicht von alleine passiert.
    :-)