Freiheit ist das höchste Gut des Menschen!

Ein gutes neues Jahr wünschen wir euch, ihr lieben Leser. Den netten Verlagsmitarbeitern ein erfolgreiches Jahr und allen nicht zuviel Stress. Mit den guten Vorsätzen will ich jetzt gar nicht groß anfangen, doch zwei habe ich doch.

Erstens: mehr freiwillige Bücher, weniger Rezensionsexemplare lesen

Zweitens: so oft wie möglich meine Meinung äußern.

Zu letzterem kam ich folgendermaßen:

 

Der nette Herr Christian von Aster (Schattenschnitzer Rezi hier) hat heute Morgen in der Gesichtskladde einen Link gepostet mit dem Kommentar

"aus der reihe: how not to do it.

heute: autor vs blog (0:1)

wichtig: kommentare lesen. 

schmerzhaft: leseprobe studieren"

 

Die Highlights in Kürze:

Die Bloggerin Myriel hat bei Bookcrossing das Buch "Twin Pryx" vom Autor erhalten, brauchte zwei Anläufe, das 900 Seiten Mammutwerk zu lesen und gab schließlich bei Seite 90 wegen Langeweile und Logikfehlern auf. Gibt sie auch zu.

Anstatt die Rezension einfach unter den Tisch fallen zu lassen, schrieb sie ausführlich, weshalb es ihr unmöglich war, das Schreibmonster zu bändigen. Manch einer bringt es nicht mal so weit.

Anstatt jedoch dem altbekannten "Es gibt keine schlechte Presse" zu folgen, entschlossen sich sowohl Autor als auch Verlag (!!!), der Bloggerin in den Kommentaren mit einem Rechtsanwalt zu drohen.

Und jetzt die große Frage: Wo kämen wir denn hin, wenn man nicht mehr seine freie Meinung äußern dürfte?!

 

Ja, ich weiß, es ist nicht schön, Kritik über etwas zu hören, das einem am Herzen liegt. Doch es gibt Milliarden Menschen da draußen, die Milliarden Geschmäcker haben. Man kann unmöglich alle treffen. Es gibt wohl oder übel ein paar schlechte Kritiken. Ganz abgesehen davon, dass eine schlechte Kritik noch niemanden davon abgehalten hat, ein Buch zu kaufen, denn jeder bildet sich gerne sein eigenes Urteil. Im Gegenteil, manche kaufen Bücher erst auf negative Rezensionen hin, weil sie neugierig machen!

Vielleicht waren Autor und Verlag darüber erbost, dass sie der Bloggerin ein Rezensionsexemplar gaben und sie es nicht gut fand. Doch auch damit muss man rechnen. Der Blogeintrag war zu keinem Zeitpunkt wirtschaftsschädigend, erst durch die Kommentare haben sich einige Blogleser entschlossen, Autor und Verlag künftig zu meiden. Wenn ich ein Rezensionsexemplar bekomme, egal wie nervend es ist, lese ich es immer zu Ende und versuche, noch ein gutes Haar daran zu finden. Ich habe es auch schon erlebt, dass dieses eine Haar dann in den Rezensionen auf der Verlagshomepage erwähnt wurde! Myriel macht es anders, sie steht dazu, dass es ihr unmöglich war. Kann ich auch verstehen, dass man den Schreibstil keine 900 Seiten lang ertragen will (Leseprobe). Daher ein kleiner Tipp: vorher genau auswählen, was man ertragen will.

Blogger haben in der Internetcommunity inzwischen einen immer breiteren Stand, ihre Meinung zählt, sie sind gut vernetzt und Nachrichten verbreiten sich rasend schnell.

Ja, du hast ein Buch geschrieben, jahrelang im dunklen Kämmerlein vor dich hin getippt, mit der Angst, dass es niemals das Licht des Buchhandels erblicken könnte. Dann hast du es durch die Wirrungen des Verlages geschleust und es schließlich doch zur Veröffentlichung geschafft. Vielleicht ist es sogar dein Erstlingswerk, dein Baby, und jemand wagt es, ihm ein virtuelles Haar zu krümmen?!

 

Daher:

Die goldenen Regeln für den Umgang mit Bloggern:

 

1. Es ist unmöglich, dass jeder Mensch das Buch mag.

Wie schon erwähnt, es gibt unterschiedliche Menschen, die unterschiedliche Geschmäcker haben. Kein Buch kann jedem zu 100% gefallen. amazon ist das beste Beispiel dafür: suche dein Lieblingsbuch und lies die 1 und 2 Stern Kritiken. Faszinierend.

 

2. Du hast also eine negative Kritik erhalten. Was tun? Den Blogger anschreien? NEIN! Dich beim Verlag und Freunden ausheulen? Ok.

Es ist ein Ding der Unverschämtheit, einen Kritiker persönlich anzugehen oder ihm zu drohen, nur weil er seine Meinung gesagt hat. Du hast ihm das Buch überlassen, um seine Meinung zu erfahren, nicht um eine gute Kritik zu erkaufen.

 

3. Du willst dich verteidigen, dein Meisterwerk in Schutz nehmen, in den Kommentaren der Welt das Missverständnis erklären? Nein.

Das Maximalste was du tun solltest, ist, dem Rezensenten für seine Zeit zu danken. Mehr nicht. Oder würdest du Denis Scheck eine (Hass)Mail schreiben, nur weil er dein Buch auf sein Laufband gelegt hat? (Nur so am Rande: Herr Scheck hat auch den ersten Band von den Autorinnen Cast verrissen, und dennoch wurde daraus die 13-bändige House of Night Serie.)

 

So, das musste mal raus.

Auf weiterhin gute Zusammenarbeit,

 

~ Lilith ~

 

Update 20.01.2012:

Der "Autor" hat "geantwortet"

Myriel dazu:

"der kann mich gar nicht meinen. Denn erstens habe ich mein Studium schon vor Jahren abgeschlossen und bin seitdem Vollzeit berufstätig. Zweitens habe ich nie einen Roman geschrieben, also kann ich mit meinem nicht vorhandenen Meisterwerk auch nicht bei Verlagen hausieren. Und drittens ist mir auch keine Anzeige wegen ... "geschäftlicher Verleumdung" ins Haus geflattert. Der muss wohl meinen bösen Zwilling meinen. ;-)"

 

Es bleibt spannend...

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Kommentare: 1
  • #1

    fandomobserver (Mittwoch, 01 Februar 2012 01:43)

    Zum Thema erlaube ich mir, auf unsere Februarausgabe hinzuweisen. Die hat die Titelgeschichte "DIE REZIMAFIA" und beschäftigt sich exakt mit diesem Fall. Das Schöne: der Download kostet nix. :-)

    http://www.fandomobserver.de/2012/02/fo272/