Die Chronik des Eisernen Druiden

1. Die Hetzjagd / Gehetzt ♠♠♠♠♠

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Vielen Dank an Frau Dambacher für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

 

Ein Buch - zwei Cover: ursprünglich letztes Jahr als Hardcover (mit dem linken Titelbild) erschienen, bringt Klett-Cotta 2014 eine Neuauflage als Taschenbuch mit dem Cover des englischen Originals (und neuem Untertitel) sowie den zweiten Band der Serie (ebenfalls mit Originalcover).

 

Atticus O'Sullivan sieht aus wie ein frühentwickelter 21-jähriger: mit seinem Wolfshund Oberon lebt er in der Wüste Arizonas und betreibt seinen eigenen Buchladen. Doch der Schein trügt: Atticus ist tatsächlich 21 Jahrhunderte alt und befindet sich seit ewigen Zeiten auf der Flucht vor Aengus Óg, dem er in vorchristlicher Zeit ein Schwert abgenommen hat.

Doch natürlich kommt es, wie der clevere Leser vermutet: Aengus Ógs Intrigen finden nach 2000 Jahren Hass ihren Höhepunkt und eine persönliche Konfrontation wird unvermeidlich. Wie gut, dass Atticus dabei die Unterstützung von diversen Göttinnen auf seiner Seite hat...

 

Kevin Hearne hat ein fantastisches Erstlingswerk abgeliefert. Urban Fantasy wie ich sie mag: Götter, Hexen und Druiden, die unerkannt unter Menschen leben und ganz normal tun. Atticus vermittelt glaubwürdig, was es bedeutet, so lange zu leben. Wie oft er liebe Menschen verloren hat und wie sehr er diejenigen schätzt, die ihm geholfen haben, sich 2000 Jahre lang nicht zu langweilen. Diverse Liebeleien zeigen, dass auch ein so alter Druide immer noch menschliche Bedürfnisse hat. Dass er jedoch all diese Menschen opfern würde, um seine geliebte Erde zu retten, hat mich im ersten Moment etwas verwirrt, erscheint auf den zweiten Blick aber logisch: die Erde nährt ihn, gibt ihm Kraft und ist die einzige Konstante, die ihn als einzige zeitlebens begleitet hat. Ein gelungener Mix.

 

Hearne hat einen großartigen Humor, der mit popkulturellen Bezügen nur so um sich wirft. Egal ob Kill Bill, Monty Python oder South Park: Hearne hat es alles gesehen und lässt seine Helden Atticus und Oberon (ja, der Hund kann sich artikulieren) ihre Erlebnisse mit markigen Sprüchen kommentieren.

 

"Und obwohl der Schmerz schlimmer war als die Lektüre der gesammelten Werke von Rosamunde Pilcher, brachte ich nicht die Kraft auf, mich ihm zu entziehen"

 

Das Cover ist hingegen etwas irreführend: durch den junggebliebenen Atticus und das bunte Cover hatte ich einen Jugendroman erwartet und wurde dann durch eindeutige Sexszenen und explizite Gewaltdarstellungen positiv überrascht. Auch die oben bereits erwähnten Referenzen sowie Hearnes Sprache ("[Der Werwolf] war mit Silbernadeln gespickt wie bei einer SM-Akupunktur") richten sich eher an ein erwachsenes Publikum. Wer sich dafür interessiert, erhält zusätzlich einen Crashkurs in keltischer Mythologie inklusive Sprachkurs.

 

Insgesamt ein humorvoller, fantasievoller Serienauftakt, bei dem ich mich auf den zweiten Band freue!

 

"Monty Python wirkt wie eine euphorisierende Droge auf Nerds. Bringt man sie dazu, die britischen Komiker zu zitieren, sind sie konstitutionell unfähig, sich deprimiert zu fühlen."

 

~ Lilith ~

16.03.2014


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Kommentare: 1
  • #1

    Adam (Sonntag, 16 März 2014 23:01)

    Das klingt nach einer wahrhaft fantastischen Geschichte und man kann aus Deiner Rezension förmlich herauslesen, wie viel Spaß Du beim Lesen gehabt hast, liebe Lilith!
    Obwohl Du durchaus eine verwöhnte Leserin bist sprudeln Deine Zeilen vor Enthusiasmus, was wohl die beste Empfehlung für dieses Buch ist, welches ich nun meiner TBR-Liste mit entsprechend hoher Priorität hinzugefügt habe.
    Ich empfinde eine ganz besonders starke Hingabe zur Mythologie, insbesondere zur griechischen und zur keltischen, und finde es immer wieder großartig wenn die alten Mythen in einem neuen Licht oder in einem modernen Zusammenhang neu interpretiert werden.
    Danke für diese vielversprechende Buchempfehlung!
    Ich lasse es Dich wissen, wie ich das Buch fand.