Félix J. Palma: Die Landkarte der Zeit

 

Kindler, 2010

 

London im ausgehenden 19. Jahrhundert:

Andrew, der Sohn einer reichen Fabrikantenfamilie, ist ein Tunichtgut und Tagedieb. Er lebt in den Tag hinein und hat nichts anderes im Kopf, als wohlhabenden jungen Damen hinterherzustellen und das Geld seiner Familie zu verprassen. Eines Tages kommt er auf die Idee, eine bestimmte Prostituierte in Whitechapel zu suchen. Er findet sie - und verliert sein Herz. Doch die Liebesbeziehung zwischen ihm und Marie währt nur kurz - denn Mary Jane Kelly wird von Jack the Ripper ermordet.

Andrew vergeht vor Kummer und will sich das Leben nehmen. Doch sein Cousin Charles bringt ihn auf eine grandiose Idee: Er soll mithilfe von "Zeitreisen Murray" durch die Zeit zurück reisen und seine Geliebte retten.

 

Claire ist das Kind wohlhabender Eltern. Eigentlich sollte sie sich langsam mal einen zukünftigen Gemahl unter all ihren Verehrern aussuchen, doch keiner kann ihre Sehnsucht nach Liebe und etwas "Größerem" stillen. Um ihrem tristen Alltag zu entkommen, macht sie bei "Zeitreisen Murray" einen Zeitsprung ins 2. Jahrtausend und trifft dort den Helden der zukünftigen Menschheit. Sie verliebt sich in ihn und trifft ihn überraschend wenige Tage später im 19. Jahrhundert auf dem Markt in London wieder - Der Beginn einer Liebesgeschichte.

 

Inspektor Garrett soll den Mord an drei Leichen aufklären. Das Problem: Sie sind mit Waffen aus der Zukunft ermordet worden. Waffen, die er bei einer Zeitreise bei "Zeitreisen Murray" gesehen hat. Ihm zur Seite steht der Schriftsteller H.G.Wells, der Autor des berühmten Romans "Die Zeitmaschine".

Neben seiner Hilfe bei der Mördersuche hat dieser allerdings noch ein anderes Problem: Er begegnet wirklich einem Zeitreisenden, der das Manuskript seines neuesten Romans haben will...

 

Zum Kauf dieses Buches wurde ich durch ein bestechend schönes Cover und den Klappentext verführt, in dem etwas von Zeitreisen, grenzenloser Liebe und viel Phantasie steht - im Grunde auch richtig, trotzdem hatte ich etwas vollkommen anderes erwartet.

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, die alle über verschiedene Personen in Zusammenhang stehen.

Wo ich Zeitreisen erwartet habe, kam am Ende (fast immer) Betrug heraus, und der "dämonische Bibliothekar" erscheint leider erst am Ende und ist nicht wirklich dämonisch.

Aber der Roman ist hervorragend geschrieben. Ein allwissender Erzähler führt durch die Geschichten, erklärt die Umstände, erzählt Anekdoten, um bei langen Kutschfahrten die Zeit zu überbrücken und gibt hier und da kleine Kommentare über aktuelle Geschehnisse ab. Zudem werden viele Gegebenheiten und Besonderheiten der Zeit angesprochen und farbenprächtig dargestellt.

 

In dieser Hinsicht ist dieses Buch tatsächlich sehr zu empfehlen.

 

von Sarabandi

 


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