Gena Showalter - Alice im Zombieland ♠♠♠

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Vielen Dank an Herrn Fredebold für das nette Gespräch auf der Buchmesse sowie Frau Gründig für die Zusendung eines Rezensionsexemplars!

 

Alice Bell ist ein typischer Teenager: sie hat eine kleine Schwester, ein behütetes Leben und einen verrückten Vater, der sie nach Einbruch der Dunkelheit nicht aus dem Haus lässt, weil er Angst vor Monstern hat.

Eines Tages erweisen sich die Sorgen des Vaters jedoch als begründet und nach einem schrecklichen Autounfall ist Alice plötzlich auf sich allein gestellt. In einer neuen Schule muss sie sich dem üblichen amerikanischen Schulhorror aus Zickenterror, Verehrern und Lehrern stellen.Zum Glück hat sie bereits eine Freundin gefunden: die schlagfertige Kathryn steht ihr immer zur Seite. Und dann kommen die Monster...

 

Das Buch lässt sich in drei Teile gliedern:

- Vorgeschichte

- Twilight'sches Schuldrama

- Neues Leben

Alice lebt ihre Jugend als behütetes, braves Mädchen, das sich nur auflehnt, um ihrer geliebten Schwester einen Gefallen zu tun. Bis auf ihren Vater, der etwas spinnt und Monster sieht, hat sie ein gutes Leben. So weit, so gut.

Nach dem Unfall kommt sie an eine neue Schule und von da an lässt die Story deutlich nach. Entweder geht es an jeder amerikanischen Highschool gleich zu, oder Frau Showalter hat zuviel Twilight gelesen: Zickenterror gegen die Neue, weil sie den falschen Kerl zu lange angeguckt hat, zwei mysteriöse Jungen, und natürlich gibt's auch direkt am ersten Tag eine Dreieckbeziehung, denn neu scheint in kleinen Käffern ein Synonym für begehrenswert zu sein.

Sobald Alice sich dann eingelebt und mit dem neuen Leben angefreundet hat (und das "will er mich / will er mich nicht"-Drama beendet wurde) geht die Storyline wieder bergauf, es wird spannend, sie lernt kämpfen und entdeckt neue Fähigkeiten an sich. Die letzten 100 Seiten habe ich dann auch nachts in einem Zug durchgelesen.

 

Das Thema von "Alice im Wunderland" wurde konstant durchgezogen:

- auf dem Cover sind die Spielkartenfarben abgebildet (auch wenn das radioaktive Grün mir Rätsel aufgibt)

- die Kapiteltitel sind angelehnt an die originalen Titel (Down the Rabbit Hole = Hinunter in den Zombiebau / A Mad Tea Party = Eine teuflische Teegesellschaft / ...)

Dies ist allerdings nur in geringem Maße möglich, da "Zombieland" erheblich länger ist als "Wunderland".

- die Charaktere zeigen Spuren ihrer Vorbilder (weißes Kaninchen = Wolke, Grinsekatze = Kat [grinst, will nicht Cat genannt werden], beim Hutmacher bin ich mir nicht sicher, ob der "verrückte" Vater oder Cole mit seinen seltsamen Basecaps gemeint ist)

 

Ich mochte den Schreibstil / Erzählstil von Alice; sie kommentiert alles selbstironisch und redet mit dem Leser ("Ich hatte die letzten fünf - hüstel, fünfundsechzig, hüstel - Minuten nach [ihm] Ausschau gehalten..."). Außerdem konnte ich mich mit Kat als treuer Freundin in allen Lebenslagen gut anfreunden, ein sehr sympathischer Charakter, der sich nicht in den Zickenterror reinziehen lässt  ("Ich möchte meine Zeit gern mit Leuten verbringen, bei denen ich mich wohlfühle, weil ich bei ihnen ich selbst sein kann. Leute, die mich glücklich machen.").

Interessant fand ich auch Showalters Herangehensweise an den Zombiemythos: bei ihr sind das keine wiedererweckten Toten, die nur Hirn fressen wollen, sondern Geister, die auch nur auf der Geistebene von Menschen, die sie sehen können, bekämpft werden können. Somit kommt zu dem OMG-Zombies!-Aspekt zusätzlich die Herausforderung, den Eltern die nächtlichen Geschehnisse vorzuenthalten.

Etwas gestört hat mich der extrem religiöse Hintergrund von Alice - sie betet jeden Abend, geht sonntags in die Kirche und hat daher auch dementsprechende Vorurteile (einen Kerl mit blauen Haaren und Piercings bezeichnet sie ernsthaft als "satanisch").

 

Das Cover des zweiten Bandes "Rückkehr ins Zombieland" ist bezaubernd schön (wo kriege ich bitte das Outfit her?), aber aufgrund des doch sehr stark ausgeprägten Teenagerdramas rutscht er auf dem Zu-Lesen-Stapel erheblich nach unten. Zudem wird die Reihe als "White Rabbit Chronicles" bezeichnet, man weiß also nicht, wieviele Bände es noch geben wird.

Wenn man sich durch das Twilight-Drama in der Mitte gewühlt hat, ist "Alice in Zombieland" ein spannendes Buch mit aufwühlenden Kampfszenen und interessanten neuen Aspekten für den Zombiemythos.

 

Weitere Informationen und Extras gibt's auf einer eigens eingerichteten Homepage.

 

~ Lilith ~

09.11.2014


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