John Connolly: Das Buch der verlorenen Dinge

 

List, 2009

 

David liebt Bücher und Geschichten, wie seine Mutter. Doch nach ihrem Tod wird alles anders. Sein Vater heiratet nicht nur eine andere Frau, sondern sie ziehen auch in ein anderes Haus. Als seine einzige Zuflucht betrachtet David nun seine Bücher.

Eines Abends beobachtet er, wie eine verkrümmte Gestalt durch das Haus seiner Stiefmutter streift. Kurz darauf hört er plötzlich die Stimme seiner Mutter, die ihn bittet, ihr zu helfen. Er folgt der Stimme, kriecht durch ein Loch in einer Mauer - und landet mitten in einem fremden Wald.

Und das ist der Beginn einer abenteuerlichen Reise. Denn um schließlich zurück in seine Welt zu gelangen, muss er nicht nur den König des Landes und dessen "Buch der verlorenen Dinge" finden, sondern muss sich auch dem Krummen Mann stellen, der versucht, ihn in dieser fremden Welt gefangen zu halten und zum König zu krönen.

Und auf seinem Weg trifft er nicht nur viele (bekannte) Märchen(figuren), sondern muss auch erfahren, dass manche dieser Märchen eigentlich komplett anders verlaufen sind...

 

Ich fand dieses Buch zufällig in einer Buchandlung und es hat sich allein wegen dem ersten Satz der Buchbeschreibung erfolgreich gegen sämtliche andere Kaufkandidaten durchgesetzt. Das Cover ist schön, aber nicht aufdringlich gestaltet.

Die Geschichte selbst ist zauberhaft wie ein Märchen. Teilweise recht blutrünstig, aber immer wieder überraschend und mit ungewöhnlichen Wendungen. Immer wieder hat der (märchenvertraute) Leser das Gefühl, er erkenne in einem Satz ein bestimmtes Märchen oder eine bestimmte Geschichte und muss doch im nächsten erkennen, dass eigentlich alles ganz anders ist.

Und John Connelly hat für viele Märchen ein anders Ende bestimmt, was sehr amüsant und unterhaltsam ist.

Ein wirklich schönes und empfehlenswertes Buch, mit teilweise sehr, sehr bösem Humor! - Und einem wunder, wunderschönen Ende!!!

 

Sobals jemand anfing, sie zu lesen, konnten sie sich verändern. Sie konnten sich in der Fantasie verwurzeln und den Leser verwandeln. Geschichten wollten gelesen werden, hatte seine Mutter ihm zugeflüstert.

 

  von Sarabandi

 


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