Danielle Trussoni: Angelus

Droemer, 2010

 

Seit tausenden von Jahren tobt auf der Erde ein mythischer Kampf: Die Nephilim, Nachfahren der gefallen Engel, versuchen, sich über die Menschheit zu erheben. Ihnen gegenüber stehen die Angelologen, die sich dem geheimen Kampf gegen die Nephilim und deren Brut verschrieben haben.

 

Die großen Familien der Nephilim sind seit einigen Jahren von einer geheimnisvollen Krankheit befallen, die sie nach und nach zerstört. Das einzige Heilmittel ist "Orpheus Leier", ein Musikinmstrument, das einst der Erzengel Gabriel den unter der Erde eingesperrten Engeln gab, um ihnen ihre Gefangenschaft zu erleichtern. Diese Leier bringt ihrem Träger große Macht - und auch Heilung.

Die Angelologen wollen natürlich verhindern, dass die Leier den Nephilim in die Hände fällt.

Unbewusst steht Evangeline, eine 23 jährige Nonne im Kloster der heiligen Rosa, im Mittelpunkt. Sie ist der Mittelpunkt, um den sich die Intrigen und Angriffe drehen. Sie findet in der Klosterbibliothek einen Teil eines Briefwechsels, den eine ehemalige Äbtissin mit einer weltlichen Dame geführt hat. In den Briefen wird auch eine weitere Nonne des Klosters erwähnt, Celestine.

Diese erzählt Evangeline ihre Geschichte: Von der Akademie der Angelologen in Europa, von der Macht der Nephilim, dem Kampf gegen diese und der Suche und schließlich der Entdeckung der Leier.

Und sie berichtet von Gabriella, der Großmutter, zu der Evangeline schon lange keinen Kontakt mehr hat.

Natürlich sind auch die Nephilim nicht müßig. Percival Gregori, der Erbe einer der mächtigsten Familien der Nephilim, ist ebenfalls befallen von der geheimnisvollen Krankheit. Und seine einzige Rettung sieht er in "Orpheus Leier", die die Angelologen irgendwo in Amerika versteckt haben. Er engagiert einen jungen Mann, der für ihn Informationen beschaffen soll: Verlaine.

Im Zuge seiner Recherchen stößt dieser auf das Kloster der heiligen Rosa und schließlich auch auf Evangeline.

Ungewollt geraten die beiden in den Kampf zwischen den Engeln und den Angelologen - und beide müssen schließlich ihre Entscheidungen treffen.

 

Ersteinmal zum Äußeren des Buches: Gebunden mit einem wirklich gelungenen Schutzumschlag ist das Buch auf jeden Fall etwas fürs Auge und für das Bücherregal!

Der Inhalt ist schwieriger zu beurteilen. Die Geschichte beginnt relativ langsam und neben wirklich spannenden, atemlosen Stellen finden sich doch auch immer wieder langatmige Passagen, die etwas Geduld erfordern. Am Ende hatte ich das Gefühl, dass die Autorin schnell fertig werden wollte. Großartige, wichtige und lang ersehnte Teile der Geschichte werden schnell abgefertigt. Zudem sind manche Wörter unpassend gewählt, was aber auch Übersetzungsfehler sein könnten.

Da dies aber ein Erstlingswerk ist, drücke ich an dieser Stelle gerne ein Auge zu.

Die Autorin wartet dafür mit wirklich interessanten Ideen auf und entwirft ihre eigene Welt, die sich der geneigte Leser von außen ansehen darf.

Vor allem die Rückblicke in Celestines Leben in Paris und Gabriellas Geschichte fand ich spannend und sehr gelungen.

Und da ich ein Fan von gelungenen Enden bin (was kein Happy-End impliziert) - das Ende von "Angelus" ist sehr, sehr gut!

 

Alles in allem ein schönes Buch und eine nette Abwechslung zu den Vampir-Romanen - Engel sind mir irgendwie lieber!

Gespannt bin ich aber auch auf weitere Werke der Autorin!

 

von Sarabandi

 


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