Christoph Hardebusch: Sturmwelten

Heyne, 2008

 

Jaquento, ein junger Hiscadi, lässt sich in einer dunklen, dreckigen Spelunke in einer kleinen, dreckigen Hafenstadt auf ein, zwei Gläser Wein mit Fremden ein. Und am nächsten Morgen findet er sich, mit einem ziemlich schlimmen Kater, angeheuert auf der Todsündewieder, einem freien Schiff, voller freier Männer und Frauen, angeführt von dem aus ihrer Mitte gewählten Kapitän Deguay. Auch wenn es ihm zu Anfang nicht wirklich passt, findet Jaquento sich doch schnell in seinem neuen Leben zurecht und findet Freunde, aber auch Feinde an Bord. Nach kurzer Zeit entern die Piraten ein Sklavenschiff, befreien die Gefangenen und übernehmen das Schiff, das von da an Windreitergenannt wird. Die Piraten bemannen es und Jaquento wird als rechte Hand des neuen Kapitäns mit an Bord genommen.

 

Roxane Hedyn, frisch gebackener Leutnant der königlichen Marine, kommt an Bord der Mantikor. Zunächst läuft alles gut, doch Kapitän Harfell beginnt mit der Zeit, den Bezug zur Realität zu verlieren und wittert überall Meuterei, was Stimmung und Leben der Offiziere sehr belastet. Bevor es zu einer tatsächlichen Meuterei unter den Offizieren kommt, kommt es zu einem Unfall, bei dem Kapitän Harfell schwer verwundet wird. Nun liegt es an den Offizieren, gegen das Mißtrauen der Mannschaft anzugehen und den Befehlen der Marine nachzukommen.

 

Sowohl die Besatzung der Mantikor, als auch die Besatzung der Todsündeund der Windreiter, machen sich schließlich aus unterschiedlichen Gründen auf die Suche nach dem Schwarzen Schiff, eine Fregatte der Handlescompagnie, die unsägliche Schätze an Bord haben soll.

Die Windreiterentdeckt schließlich das gesuchte Schiff, doch um es entern zu können, brauchen sie Hilfe. Und diese Hilfe finden sie, mithilfe einer List, in der Besatzung der Mantikor.

Doch nichts läuft nach ursprünglichem Plan.

 

Dies sind nur zwei der vier Handlungsstränge von Christoph Hardebuschs Roman, die er am Ende wirkungsvoll verknüft und doch gleichzeitig so viele Fäden lose lässt, das man nur schwerlich bis zur Lektüre des nächsten Bandes warten kann.

Die Sprache ist einfach und wirkungsvoll. Das Buch liest sich wie eine rasante Fahrt auf dem Meer mit Sturm und Sonnenschein. Wenige Zeilen werden auf Hintergründe oder Landschaftsbeschreibungen verschwendet, statt dessen liegt das Hauptaugenmerk auf den Charakteren, ihren Gedanken und Beweggründen. Was auf der Strecke bleibt, ist die Vergangenheit, die nur hin und wieder angedeutet wird und wodurch die Charaktere nur umso interessanter werden.

Alles was wichtig ist, sind die Schiffe und das Meer - und das ist es, denke ich, was die Faszination dieses Romans ausmacht. Denn der Leser hat so viel mehr Gelegenheit, zu spekulieren und phantasieren.

Ein wirklich lohnenswerter Roman, mit viel Potential für den nächsten Teil Unter schwarzen Segeln. Ich bin gespannt!

 

von Sarabandi

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0