Peter V. Brett: Das Lied der Dunkelheit

Heyne, 2009

 

Es gab eine Zeit, da war die Welt frei von Dämonen, dank des Erlösers. Doch das ist lange her. Nachts, wenn die Sonne nicht mehr am Himmel steht, steigen nun wieder die Horclinge aus dem Horc auf. Blutrünstige Dämonen, die nur das Ziel haben, was langsamer und schwächer ist als sie, zu vernichten und zu fressen. Das Einzige, was die Menschen vor dem nächtlichen Grauen schützt, sind magische Siegel.

 

Arlen wächst in einem kleinen, abgeschiedenen Dorf auf. Schon als kleiner Junge kann er hervorragend Siegel zeichnen. Doch er muss mit ansehen, wie seine Mutter von Dämonen angegriffen wird und sein Vater aus Furcht tatenlos zusieht. Seine Mutter stirbt - und Arlen verlässt seine kleine Welt, um nach Menschen zu suchen, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben.

Er wird Kurier, ein Bote der Herrscher, der Nachrichten und wichtige Güter übermittelt. Und er versucht, so viel Informationen wie möglich über die magischen Siegel zu bekommen, um die Horclinge effektiv bekämpfen zu können. In einer uralten Ruine findet er einen Speer, beschriftet mit Siegeln - vergessene Kampfsiegel, mit denen der Träger in der Lage ist, einen Dämon nicht nur abzuwehren, sondern auch zu verletzten und zu töten.

Doch dieser Speer wird ihm durch Verrat geraubt. Und so macht sich Arlen selbst zur Waffe, in dem er sich die Kampfsiegel in die Haut ritzt. - Er wird zum Tätowierten Mann.

 

Ich hatte nur Gutes über dieses Buch gehört und wolte es daher unbedingt lesen. Von Außen sehr ansprechend, kein überladenes Cover, sondern ein dunkler, einsamer Wanderer, darüber der Titel.

Die Geschichte selbst fesselt. Sie ist gut geschrieben und neben Arlens Geschichte werden die Lebensläufe von Leesha, einer Heilerin und Alchemistin; und Rojer, einem Jongleut und Geigenspieler erzählt. Beide finden ihren eigenen Weg, die Dämonen zu bekämpfen. Und beide begegnen schließlich Arlen.

Durch die verschiedenen Handlungsstränge entsteht keine Langeweile in der Geschichte und sie spitzt sich immer weiter bis zum epischen Höhepunkt zu - der in einer Bauernschlacht endet.

Das ist meine einzige wirkliche Kritik an dem Roman, der so heldenhaft begonnen hat. Diese Schlacht ist im Grunde logisch, und doch erwartet der Leser eine etwas epischere Schlacht am Ende eines solchen Romans, anstatt Bauern, die sich mit Hacken und Holzfälleräxten im Schlamm ihres Marktplatzes verteidigen.

So ging es mir jedenfalls, doch ich wurde durch die Aussicht auf einen kommenden Roman, in dem dem auf jeden Fall epische Schlachten zu erwarten sind, schnell wieder versöhnt:

 

Weit draußen in der Krasianischen Wüste regte sich etwas am Horizont. Reihen von Männern tauchten auf, zu Tausenden erschienen sie, eingehüllt in wallende schwarze Gewänder. (...) An ihrer Spitze ritt ein ganz in Weiß gekleideter Mann auf einem prachtvollen weißen Streitross. (...) Die Speere der gemeinen Krieger bestanden aus Holz und Eisen, doch ihr Anführer trug eine uralte, aus einem glänzenden, unbekannten Metall geschmiedete Waffe. (...) Sie nannten ihnShar'Dama Ka, den Erlöser.

 

von Sarabandi




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