Julia Knight - Die Gilde der Duellanten

1. Schwerter & Schwindler - Sterben ist für Anfänger ♠♠♠

Vielen Dank an Frau Keßler für das Rezensionsexemplar.

 

Kacha und Vocho sind zwei Geschwister wie Pech und Schwefel: sie sind eigentlich Meisterduellanten in der renommierten Gilde, aber uneigentlich pflegen sie eine Geschwisterhassliebe. Als ein Priester ermordet wird und Handelsabkommen zu scheitern drohen, wird Vocho der Tat beschuldigt und die beiden müssen fliehen und leben fortan als Ausgestoßene, die ihren Lebensunterhalt als Wegelagerer verdienen.

Mir wurde das Buch empfohlen als "Robin Hood Geschichte, nur dass sie das Geld nicht den Armen spenden, sondern selbst behalten". Ich erwartete also eine witzige, abwechslungsreiche Geschichte mit Herz. Doch ich wurde schwer enttäuscht, die Storyline war zäh und ich kam nicht richtig rein in all die Intrigen.

 

Etwa ab Seite 200 bemerkte ich plötzlich, dass dieses Buch, das mich bisher furchtbar genervt und gelangweilt hatte, eigentlich ein superspannendes Abenteuer mit Duellen, Schwertkämpfen, Machenschaften und eingängigen Charakteren ist. Was hatte mich also bisher davon abgehalten, die Geschichte zu genießen?

 

1. Die Kapitel werden mal in Gegenwart und mal in der Vergangenheit erzählt, d.h. jedes Mal, wenn es in der Gegenwart spannend wurde, musste man sich erstmal auf die Ereignisse einlassen, die dazu geführt hatten. Das reißt mich immer wieder aus dem Lesefluss raus und irritiert mich maßlos.

 

2. Die Autorin ist manchmal etwas zu kreativ. Beispiel: "Ein merkwürdiges Lächeln war Egimonts Antwort, irgendwie hinterhältig und kalt und hitzig zugleich. Es ließ Vocho bis in die Eier erschaudern." Bis in die Eier? Das ist mir etwas zuviel der Info...

 

3. Die verschiedenen Religionen erschlossen sich mir überhaupt nicht. Wieso glaubt keiner mehr an den Uhrwerkgott wenn er doch direkt vor der Gilde sitzt? Und wer glaubt jetzt an was und wieso? So chaotisch und undurchschaubar wie das echte Leben...

 

4. Die Charaktere schwafeln in Gedanken. Ich meine damit nicht, dass es endlos lange Dialoge gibt, sondern dass die Figuren in tolkienesken Ausmaßen darüber nachdenken, was man tun könnte, was der andere wollen könnte, etc blabla. Dabei hat der aufmerksame Leser schon längst die einzige Möglichkeit in Betracht gezogen. Ich gebe zu, ich habe häufig quergelesen.

 

Wie gesagt, irgendwann fiel mir auf, dass das Buch eigentlich ein super Abenteuerroman für den Urlaub ist, aber scheinbar braucht es etwas, bis man sich darauf einlassen kann. Oder der Anfang war einfach verworren.

Da es der erste Band einer Trilogie ist, hatte ich zudem Angst, dass es einen Cliffhanger oder offenes Ende geben würde, aber alle Stränge werden soweit beendet, wenn auch natürlich ein zwei Lücken für die nächste Geschichte gelassen wurden.

 

~ Lilith ~

30.03.17


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