Diana Gabaldon

1. Feuer und Stein ♠♠♠♠

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Es gibt zwar keinen speziellen Buchtrailer, aber hier ist die Vorschau zur Serie (läuft ab 2015 auf Vox), die sehr nah an der Vorlage ist.


Danke an Ira Zeitzen für das Rezensionsexemplar!

 

Claire Beauchamp reist, nachdem sie im Zweiten Weltkrieg als Krankenschwester gedient hat, mit ihrem Mann in die Highlands, um ihre Flitterwochen nachzuholen. Dort stürzt er sich in Ahnenforschungen und sie... sich durch ein Zeitloch in einem Steinkreis (der Craigh na Dun ist übrigens fiktiv). Claire landet in den Highlands kurz vor Bonnie Prince Charlies Revolution (Mitte 18. Jhdt.) und muss sich dort ohne Antibiotika und "moderne" Annehmlichkeiten herumschlagen. Natürlich will sie nichts mehr, als zurück in ihre Zeit zu kommen und ihr Leben fortzuführen, doch dann begegnet sie dem unnahbaren Jamie. Als wäre ihre Situation nicht schon kompliziert genug, wird es durch die aufkeimenden Gefühle noch erheblich chaotischer... 


Ein wunderschönes Cover ziert diese neue Ausgabe der Outlander-Saga: die Schnalle glitzert silbern und überall auf dem Cover sind geprägte Disteln mit Triquetra verschlungen. In den Klappen ist ein bunter historischer Ablauf des 18. Jahrhunderts.

Auch der Inhalt ist neu: die alte Ausgabe bei Random House war stark gekürzt und dies ist eine vollständige Neuübersetzung, ungekürzt (und das heißt bei diesem Band 1130 Seiten - in der alten Ausgabe 800), inklusive 30 Seiten Bonusmaterial (Interviews, Hintergründe, Kurzgeschichte).

 

Die Zusammenarbeit von Droemer und Diana Gabaldon hat sich gelohnt: als Schottlandfan bin ich völlig hin und weg. Obwohl es nur wenige Landschaftsbeschreibungen gibt, wird man durch die Einstreuung von spezifischen Kleidungsbeschreibungen, gälischen Koseworten oder historischen Bezügen ständig daran erinnert, in welcher besonderen Gegend dieser Band spielt.

Die Handlung ist ein Pageturner - Claire ist einer dieser Charaktere, die wissen, wie man sich konstant in Schwierigkeiten bringt. Etwas lästig, weil man ihr gerne gegen den Kopf hauen will, aber dafür bleibt es immer spannend.

Die Liebesgeschichte ist etwas zwiespältig. Nachdem Claire gegenüber Jamie etwas auftaut, wandelt sich die Handlung zeitweise von "Abenteuer in den Highlands" zu "50 Shades of Schottland". Dafür enthält es aber auch die lustigste Sexszene, die ich je gelesen habe.

Die schottischen Traditionen und Bräuche werden lebhaft und anschaulich dargestellt und dem modernen Leser eindringlich nahegebracht. Beim Blut-/Hochzeitseid im Anhang hatte ich doch etwas im Auge...

 

Wem der Wälzer zu dick ist, dem kann ich die Abkürzung über die Serie empfehlen: sie ist sehr nah dran an der Vorlage, bis hin zu wörtlichen Zitaten. Außerdem gibt es jetzt einen Soundtrack, der einen mit Sehnsucht erfüllt. Ich werde also meine nächsten Jahre mit dem Aufholen dieser Serie verbringen und sehr glücklich dabei sein. Meine Empfehlung wäre aber, beides gleichzeitig zu bearbeiten, dann hat man einen kostenlosen Gälisch-Kurs ;)

 

Informationen zur Serie auf der VOX-Seite, Infos zur Buchreihe in der alten Ausgabe bei Random House, in der Neuausgabe bei Droemer. Droemer wird in den nächsten Jahren alle alten Bände plus die Bände 9, 10 und eine bisher unveröffentlichte Vorgeschichte herausbringen! [Quelle: Buchreport]

 

"In der gesamten Bibliothek herrschte ein gedämpftes Hochgefühl, als sängen die geschätzten Bände zwischen den Buchdeckeln lautlos vor sich hin."

 

"Denn wo alle Liebe ist, sind keine Worte notwendig. Sie ist alles. Sie ist unsterblich. Und sie ist genug."

 

~ Lilith ~

21.6.2015

2. Die geliehene Zeit ♠♠♠

Vielen Dank an Frau Kessler für das Rezensionsexemplar!

 

Gemäß dem offiziellen Plot müssen Jamie und Claire Bonnie Prince Charlie davon abhalten, seine Revolution anzuzetteln, damit nicht lauter Highlander sterben. Der zweite Band ist jedoch etwas durchwachsen: es beginnt mit Claire, die in den 1960ern mit ihrer Tochter zurück nach Schottland kommt, um herauszufinden, was nach der Schlacht von Culloden aus Jamie und seinen Männern wurde (100 Seiten). Dann kommt der Sprung zurück ins 18. Jahrhundert, wobei Jamie und Claire versuchen, Bonnie Charlie von seinen Plänen abzuhalten, erst in Frankreich (500 Seiten), dann in Schottland (500 Seiten). Schließlich geht es wieder zurück in die 60er, für einen finalen Cliffhanger zum nächsten Band (60 Seiten).

 

Die Intrigen in Frankreich sind spannend, undurchsichtig und etwas anstrengend. Claire macht sich direkt "beliebt" und gerät mit Jamie immer wieder zwischen diverse Fronten. Nehmen wir beispielsweise den zwiegespaltenen Jamie: er muss Charlie aufhalten, damit Hunderte Schotten nicht sterben, muss sich aber mit den Jakobiten gut stellen, um sie umstimmen zu können.

Claire ist in diesem Band in ihrem Element: in Frankreich hilft sie in einem Krankenhaus aus, in Schottland muss sie die Soldaten verarzten. Jede Menge blutige Beschreibungen und eklige Wunden erwarten zartbesaitete LeserInnen.

 

Es geht also größtenteils um Claire und Jamie in Frankreich, was mich persönlich etwas gestört hat, weil ich den ersten Band wegen der Landschaftsbeschreibungen und der Lebensart in Schottland so genossen habe. Zwar kehren sie nach 700 Seiten endlich zurück, doch dann geht es um die Schlachten, in die Charlie seine Männer führt.

In Frankreich vermisste ich die ganzen kauzigen Gestalten, die man im ersten Band lieb gewonnen hat. Jamie ist sarkastisch, Claire ist schwanger und Murtaugh der Schatten an ihren Seiten, aber der gesamte schottische Zauber fehlt einfach.

Gabaldon schreibt wieder mit einer beängstigenden Detailverliebtheit (die königlichen Baderituale?!) und auch die Ausstattung ist wieder gelungen: in der vorderen Klappe ist eine Biografie des Prinzen und in der hinteren kann man schottisch lernen (inklusive Aussprache!).

 

Ein spannender Band und sicherlich ein wichtiger für die Geschichte der beiden, aber kein schottischer. Ich werde ihn vermutlich nicht nochmal lesen und weiß auch nicht, ob ich den dritten lesen werde, der in Amerika spielen soll.

 

~ Lilith ~

21.01.2016


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