Zen Cho - Die Magier Seiner Majestät ♠♠♠

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Vielen Dank an Frau Kessler für die Zusendung eines Rezensionsexemplars!

 

England zur Zeit der napoleonischen Kriege. Zacharias Wythe hat das schwere Erbe seines Adoptivvaters angetreten: er ist der Königliche Magier und Vorstand der Sozietät Widernatürlicher Philosophen. Da er der erste dunkelhäutige Magier ist und alle glauben, er hätte seinen Vormund ermordet, erklärt er sich bereit, auf dem Land einen Vortrag zu halten, um den Kopf freizukriegen. Seine Zuhörer sind die Mädchen einer "magischen Schule", die jedoch nur dazu dient, Frauen, die unglücklicherweise mit magischen Fähigkeiten geboren wurden, zu kontrollieren und ihnen anständige Manieren beizubringen. In England herrscht seit Jahren ein steter Mangel an Magie, die Grenzen zum Feenreich sind nicht mehr so durchlässig wie einst und seit Jahrzehnten hat kein Magier mehr einen Vertrauten an sich binden können. Umso erstaunter ist Zacharias, als er in dieser Schule einigen tobenden, mit Magie um sich werfenden Kindern begegnet - er realisiert, dass die Zukunft der Magie nicht in den Händen alternder Herren liegt.

Gleichzeitig ist Prunella Gentleman eine der jungen Damen in besagtem Heim. Auch sie hat eine dunklere Hautfarbe als Mitteleuropäer und weiß nichts über ihre Eltern. Eines Tages findet sie auf dem Dachboden eine alte Truhe mit den Initialen ihres Vaters, zufällig an dem Tag, an dem der Königliche Magier sie besucht...

 

Zen Chos Erstlingswerk erfüllt alle Kriterien, um meine Aufmerksamkeit zu wecken: Fantasy, tolles Cover, England, Magie und ein irrer erster Satz. Zu Beginn erinnert es mich sehr stark an eine Kopie von "Jonathan Strange und Mr. Norell", bis hin zu der Szene, in der Stuck zum Leben erweckt wird. Danach geht sie jedoch ihre eigenen (überraschend feministischen) Wege.

Prunella und Zacharias sind das typische Hassliebe-Duo: er, steifer Brite, auf Anstand und Ordnung bedacht, sie ein quirliger mit Magie um sich werfender Sturkopf. Beide haben ihre Geheimnisse und es ist ein ganz eigener Zauber zu beobachten, wie sie sich einander annähern und langsam einander vertrauen.

Die Storyline ist vielseitig: es gibt zarte Liebe, Mordanschläge, verrückte Feen und das Schicksal der Nation natürlich. Für jeden ist in diesem Werk etwas dabei, nicht nur für Frauen.

Den Titel finde ich hingegen irreführend: es geht weniger um die Magier als Gruppe und mehr um einen Magier und eine Magierin gegen das Establishement und eine Majestät tritt auch nicht auf. Zumindest keine englische.

 

Insgesamt ein schnelles Lesevergnügen, trotz der 450 Seiten. Spannend und unterhaltsam treibt Frau Cho den Leser zur nächsten Seite. Es soll eine Trilogie werden, aber dieser Band kann völlig für sich allein stehen. Alle Geheimnisse werden am Ende gelüftet und es gibt einen schönen Abschluss. Wer sich in Winterstimmung bringen will: ich empfehle zu diesem Buch einen guten britischen Tee.

 

~ Lilith ~

18.11.2016


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