Fairwater oder die Spiegel des Herrn Bartholomew ♠♠♠

erschienen bei Feder und Schwert, 2007

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  1. Kapitel

Reporterin Gloria kehrt zur Beerdigung ihres Jugendfreundes Marvin in ihre Heimatstadt Fairwater zurück. Das Problem: Marvin wurde nie gefunden und seit Glorias Wegzug haben sich einige handfeste Skandale ereignet, denen sie natürlich auf den Grund geht:

  • die Erbin Stella wurde als Kind angefahren und liegt seitdem im Delirium, gepflegt von ihrem Kindermädchen Lucia

  • mehrere mysteriöse Morde haben sich ereignet, bei allen Opfern wurden Gedichte über Spiegel gefunden

  • mehrere Trinkwasser Skandale, bei denen das örtliche Kraftwerk alle Verantwortung von sich weist

2. Kapitel

erzählt Lucias Geschichte und wir erfahren zum ersten Mal vom mysteriösen Herrn Bartholomew und seinen Spiegeln

3. Kapitel

Marvins Geschichte, wie er seine letzten Tage verbrachte und wohin er verschwand. Eine wunderschöne Geschichte über Leben und Tod.

4. Kapitel

Das Tagebuch eines gewissen verschwundenen Jessamys wird vorgestellt, dem eine Prinzessin aus dem Weltraum vor die Hütte fällt. Eine tolle Geschichte über die Macht der unvorhergesehenen Liebe.

 

Es folgt: ein zauberhaftes „Zwischenspiel“ über die ewige Liebe.

5. Kapitel

Die Geschichte zweier Geschwister, die einen Herrn kennen, der mit seiner Geige Mensch und Tier verzaubern kann.

6. Kapitel

Diverse kurze Intermezzen über Marvin, Stella und jemanden, der durch die Gegend läuft.

 

Im 7. Kapitel schlussendlich lernen wir Lysander kennen und man könnte denken, dass alle Fäden zusammen finden, doch stattdessen tauchen scheinbar neue Handlungen auf.

 

Trotz der größtmöglichen Verwirrung und der unchronistischen Erzählweise ist Plaschkas Sprache fantastisch. Er bedient sich aller möglichen Stilmittel- bei Glorias Recherche ist der Text mit informativen (und natürlich rätselhaften) Zeitungsartikeln gespickt, bei Stella sind kleine Spiegelgedichte eingestreut- und er erfindet tolle Sätze, über die man einen Moment nachdenken muss und wenn sie einem einleuchten, eine unglaubliche Poesie entfalten.

Im Chaos von all den Figuren ist es nicht sehr hilfreich, dass Plaschka meist mit unpersönlichen Bezeichnungen agiert. So geht in einem Kapitel ein Mann (oder eine Frau??) durch Fairwater und erzählt seine / ihre Sicht der Dinge, jedoch weiß niemand, wer diese Person ist.

Der einzige Lichtblick ist hierbei der ausführliche Anhang, der mit einer Chronik und Personenbeschreibungen glänzt. Hier werden ein paar Rätsel aufgeklärt und in die richtige Reihenfolge gebracht.

Ich denke nicht, dass ich das Buch bis auf die Intermezzen über die Liebe nochmal lesen werde, aber der Abschnitt auf Seite 100 hat mich echt schwer beeindruckt. Nur das restliche Chaos war mir echt zuviel.

 

von Lilith


Zweite Meinung

Ein großartiges Buch, dessen komplexer Inhalt schwer in Worte zu fassen ist:

Es geht um Fairwater, eine geheimnisvolle Stadt in Maryland.

Vor kurzem wurde Cosmo van Bergen, eine wichtige Persönlichkeit der Stadt, ermordet und seine Tochter Stella erwachte aus einem sehr langen Schlaf.

 

Kapitel 1

Gloria, Reporterin und in Fairwater aufgewachsen, kommt zurück, um an der Beerdigung eines alten Freundes teilzunehmen, dessen Leiche nie gefunden wurde. Bei dem Versuch, mehr über dessen Verbleib, Stellas Erwachen und van Bergens Tod herauszufinden, gerät sie immer mehr in die geheimnisvollen Geschehnisse derStadt.

 

Kapitel2

Worin man mehr über Lucia, Stellas ehemaliges Kindermädchen und Herrn Mandelblum erfährt, die beide der Versuchung der Spiegel nicht widerstehen können.

 

Kapitel 3

Die letzten Tage von Marvin, zu dessen Beerdigung Gloria nach Fairwater zurückkehrt.

 

Kapitel 4

In einem Tagebuch wird die Geschichte von Jasemy und seiner Prinzessin erzählt, die Geschichte einer unvorhergesehenen Liebe.

 

Zwischenspiel

Eine Geschichte über die Liebe und eine Art, diese zu leben.

 

Kapitel 5

Zwei Kinder und ein wunderlicher, jedoch grandioser Geiger erleben ein magisches Abenteuer.

 

Kapitel 6

Mehr über Stella und Marvin.

 

Kapitel 7

Endlich erfährt man mehr über Ayna, Lysander und auch die Regendunklen. Viele Rätsel werden gelöst und viele neue gestellt.

 

Epilog

Schlussendlich kommt auch Herr Bartholomew noch zu Wort.

 

Ich will gar nicht erst behaupten, dass dieses Buch einfach zu verstehen ist. Ständig werden nur Andeutungen gemacht und Geschehnisse höchstens angedeutet und umschrieben. Dazu kommt der achronische Handlungsstrang.

Hilfreich in dieser Hinsicht ist ein ausführlicher Anhang mit Chronologie und Personenverzeichnis.

Zudem, und das ist das fantastische an diesem Roman, ist Olivers Sprache! Jedes Kapitel hat seinen eigenen Stil und spätestens ab dem vierten Kapitel konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, so gefesselt war ich von der Sprache und den Bildern, die diese Geschichte schafft. Einfach unglaublich.

Also: Mehrfach lesen hilft, es lohnt sich in jeder Hinsicht!

 

"Doch ich vertraue darauf,  daß ihr Schiff mich tragen wird, und vielleicht werde ich sie dann eines Tages erspähen, ganz unverhofft, aus den Augenwinkeln heraus, im  Glanz einer fremden Sonne oder im Schein zweier Monde, und sie überreden, mit mir eine dieser neuen Welten unter einer der neuen Sonnen zu teilen, um dort zu leben, und zu vergesse.

Vielleicht werde ich auch nur sterben.

Doch all dies ist einerlei.

Denn ich liebe sie."

 

von Sarabandi


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