Christian von Aster - Das eherne Buch ♠♠

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 Jaarn lebt ein beschauliches Leben in der großen Bibliothek eines mystischen Landes ohne Namen. Eines Tages wird er aus seinem Schlaf gerissen, ihm wird offenbart, dass er der geheime Erbe des großen Raben ist und dann wird er auf ein großes Abenteuer entführt. An seiner Seite steht der mysteriöse Rugk, von dem niemand wirklich weiß, wer er ist, was er plant und wie Jaarn da reinpasst. Jaarn weiß nur eins: er muss ein Schwert, das aus Geschichten geschmiedet wurde (das Eherne Buch), reparieren und es dem Kriegsgott zu Füßen legen, damit der Krieg in der Welt endet.

Die Sichtweise springt zudem zwischen dem General des Keilers (der Jaarn töten will), einer Frau, die zugleich Hebamme der Nation und Kriegerin ist, sowie Rugk und Jaarn.

 

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich große Stücke auf Asti und seine fantastisch-verrückten Ideen halte. Diesmal jedoch wurde ich herb enttäuscht.

Es fängt damit an, dass er diese scheußlichen Fantasy-Namen verwendet, die niemand aussprechen kann (Zhad Mhaw?!). Das war schonmal ein Minuspunkt, aber hält einen ja nicht davon ab, eine gute Geschichte zu genießen. Doch leider ist die Geschichte nicht gut! Jaarn ist völlig austauschbar, er stolpert an Rugks Seite durch die Welt und ist kein sehr nützlicher Held oder auch nur ein präsenter Charakter. Die wahren Helden, die interessanten Figuren, sind der mysteriöse Rugk und die kriegerische Hebamme, die offenbar jedes wichtige Kind im Reich auf die Welt gebracht hat. Der Prolog war sehr martialisch, ich musste an ein Lagerfeuer nach einem LARP denken und als im ersten Kapitel Jaarn in seinem Zimmer hinter der Buchwand erwacht, keimte eine Hoffnung, dass es doch um Bücher und Magie gehen wird, aber das war leider nicht der Fall.Mir kam es vor, als hätte Herr von Aster ein Pen and Paper Abenteuer in Buchform gebracht: nachdem das Setting bekannt ist und die Rollen vorgestellt wurden, laufen Rugk und Jaarn nur noch durch diese Welt, begegnen Verbrechern, die im ersten Moment bedrohlich und böse wirken, sich dann aber der Truppe anschließen und wandern weiter. 200 Seiten lang latscht die immer größer werdende Truppe durch die Gegend und ich warte nur noch auf das Ende. Zudem erinnerte mich die Hebamme verdächtig an Brienne of Tarth und die Clans an die Familien aus Game of Thrones.

Und dann kommt das Ende und ja, es ist ein interessanter Plottwist und ja, Rugks echter Name ist auch eine interessante Auflösung, aber es macht die letzten 200 Seiten nicht wett. Außerdem erschließt sich mir der letzte Satz nicht.

Die Idee, ein Buch über ein Schwert zu schreiben, das aus Geschichten geschmiedet wurde, klingt wirklich fantastisch. Doch das Schwert spielt durch seine Passivität nur eine marginale Rolle. Nur wenn es keinen Ausweg mehr gibt, kommt es heraus, überzeugt jemanden, Jaarn zu helfen, und verschwindet wieder. Schwertus ex machina.

 

Da ich das Buch bei einer Lovelybooks-Leserunde gewonnen habe und es als Rezensionsexemplar betrachtete, habe ich es zu Ende gelesen. Andernfalls hätte ich mittendrin aufgehört, was ich echt nicht leichtfertig mache.


"Die Wahrheit muss nicht verziehen werden" - Jaarn

 

~ Lilith ~


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