Ishmael Jones

1. Die dunkle Seite der Straße ♠♠♠♠

"Nennen Sie mich Ishmael."

 

Mit diesem Augenzwinkern zu Moby Dick beginnt Simon Greens neue Serie um den Ermittler Ishmael Jones. Dieser wird in seinem ersten Fall von seinem Boss, dem Colonel, auf das Landgut der Familie in Cornwall gerufen. Wieso weiß er nicht genau, nur, dass der Colonel um seine Familie und sein Leben fürchtet.

Dort angekommen tobt draußen ein heftiger Schneesturm - und drinnen sind die Gemüter stark erhitzt. Ishmael versucht also, sich mit diesen fremden Personen anzufreunden, von denen niemand bemerkt hat, dass der Colonel gar nicht mehr im Haus ist...

 

Ist das nicht ein schönes Cover? So friedlich, so ruhig... naja, bis auf die Fledermäuse. Ich kann mir richtig vorstellen, am Kamin bei einem guten Buch eingeschneit zu sein.

Vom Flair her würde ich Ishmaels Erzählstil bei Miss Marple oder ähnlichen alten Krimis einordnen, ganz ruhig und analytisch wird die Geschichte erzählt, die dem Spiel "Cluedo" ähnelt: Wer hat wen wo wie ermordet?

A propos Spiel: auf Facebook gibt es gerade wieder ein Meme, bei dem man Buch- oder Filmtitel um "und dann begannen die Morde" ergänzen muss, um sie lustiger zu gestalten. So könnte man das auch bei diesem Buch problemlos machen - zumindest inhaltlich. Simon Green spart nicht an Blut und Gedärm und es macht einen Heidenspaß, dabei zuzulesen, wie das Weihnachtsfest auf Belcourt langsam den Bach runtergeht.

 

Einziger Makel: die ständige Betonung des Titels. Ja, wir haben verstanden, dass du geheimnisvolle Aufträge ausführst und dich auf der dunklen Seite des Lebens bewegst.

 

Insgesamt ein amüsantes, blutiges, kurzweiliges Buch, das man, für die richtige Stimmung am besten im Herbst oder Winter lesen sollte.

 

~ Lilith

21.05.2018

 

"Du redest ununterbrochen, kommst ständig auf neue Gedanken, aber kein einziger davon ist auch nur im Entferntesten tröstlich."


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