Sheridan Le Fanu ~ Carmilla ♠♠♠♠

Österreich im 19. Jahrhundert: Laura (deren Name wir in einem Nebensatz nach 100 Seiten erfahren) lebt allein mit ihrem Vater "in a schloss". Dort ist es furchtbar öde und langweilig für ein junges Mädchen und so ist sie fasziniert, als sie für einige Wochen die gleichaltrige Carmilla beherbergen darf. Doch woher kommen die plötzlichen Albträume, wohin verschwindet Carmilla des nachts und wieso hat Laura Einstichstellen an der Brust?

 

"You, who live in towns, can have no idea how great an event the introduction of a new friend is, in such solitude as surrounded us."

 

Wie immer bei klassischem Gothic Horror ist der Schrecken nicht reißerisch und blutig, sondern dezent und eher unterschwellig.

Dieser Klassiker der (Vampir-)Literatur erschien sogar noch vor "Dracula" und enthält einige ... sagen wir, höchst interessante Szenen zwischen Laura und Carmilla. Natürlich ist es aus heutiger Sicht, wo man alle Vampirfakten parat hat und über sexuelle Varianzen Bescheid weiß, nicht mehr ganz so schockierend, aber dennoch spannend - und witzig (z. B. wenn der Hausierer zu spitze Zähne abschleifen will, damit die Dame sich nicht verletzt).

 

"You believe in nothing but what consists with your own prejudices and illusions.

I remember when I was like you, but I have learned better."

 

Ich habe das Buch für einen Gothic Reads Buchclub auf Instagram gelesen und freue mich schon auf die Diskussion. Eine Playlist haben wir schon, jetzt fehlen noch Filmtipps (im April erscheint eine neue!).

 

Falls ihr auch reinlesen wollt, die Texte sind gemeinfrei und im Internet zugänglich:

Deutsch

Englisch

Meine hübsche Ausgabe hat die ISBN 9781782275848 von Pushkin Press. Ich wusste nicht, dass es in Österreich spielt und so waren die deutschen Begriffe manchmal etwas irritierend, aber insgesamt dennoch leicht lesbar.

~ 17.02.21


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