Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve: Die Schöne und das Biest ♠♠♠♠

Ein Klassiker der Weltliteratur, nicht erst seit Disney. Die Story verläuft allerdings erheblich anders als im Film: alleinerziehender Vater von 6 (!) Kindern (3 Jungs, 3 Mädchen) verliert seinen Reichtum und muss aufs Land ziehen. Bei einem Ausflug in die Stadt gerät er auf dem Rückweg in einen Sturm und findet in einem Schloss Zuflucht. Als er am nächsten Tag nach Hause will, pflückt er noch eine Rose für seine Jüngste, der biestige Hausherr ist erzürnt und verlangt eine seiner Töchter. Die Schöne, jüngste gehorcht und opfert sich, lebt fortan beim Biest und entwickelt langsam Gefühle für das Biest. So weit, so bekannt.

 

Als die Liebesgeschichte nach einigem Hin und Her erfolgreich ist und das Happy Ending beschlossene Sache, legt die Version von Madame die Villeneuve aber erst richtig los. Eine pedophile Stiefmutter, eine Verschollene, die eine Fee ist, die eine Königin ist oder abstruse Feenweltregulationen sind nur ein paar der Punkte, die man als Märchenfreund erstmal verkraften muss.

Wem das alles etwas zuviel ist, kann beim Projekt Gutenberg eine zahmere Version von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont lesen - die ich im Kopf hatte und daher einigermaßen irritiert war.

 

Weswegen man diese Version eigentlich kauft, ist jedoch die Gestaltung von MinaLima, dem Designduo, die sich schon bei Harry Potter & Fantastische Tierwesen austoben durften. Im Video oben sieht man sehr gut, dass die beiden keine Kosten und Mühen gescheut haben, diesen Klassiker zu neuem Leben zu erwecken - man kann ziehen, zupfen, drehen, entdecken und hat nicht nur ein fantastisch gestaltetes Buch mit hängenden Initialen, Kapitelbildern und fast kirchlichen Buchillustrationen, sondern ein interaktives Pop-Up-Buch. Großartig!

Inzwischen haben sie auch das Dschungelbuch und Peter Pan gestaltet. Ich fürchte, die muss ich auch haben.

 

~ Lilith ~

29.01.2018


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zuletzt aktualisiert 14.12.2018