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Frankfurter Buchmessen 2018

Buchmesse Frankfurt

Es ist Oktober - das heißt nicht nur Halloween, sondern auch Buchmessen, yaaay! Mein Lieblingsmonat.

Also, der Plan war folgender: Freitag: Buchmesse beruflich, Samstag: BuCon beruflich, Sonntag: Buchmesse privat. Tja, wie das mit Plänen so läuft... aber der Reihe nach.

 

Freitag war der Tag, von dem ich seit Beginn meines Buchwissenschaftsstudiums geträumt habe. Ich war eine Lektorin in einem Fantasyverlag, die beruflich auf der Buchmesse Agenten und andere Verlage traf und mit ihnen über kommende Programme und Lieblingsmanuskripte sprach. Ich habe, nach X Jahren Buchmessebesuche, endlich das Agents Rights Center von innen gesehen (da darf man nur rein, wenn man genau sagen kann, mit wem von welcher Firma an welchem Stand man einen Termin hat!) Von innen war's zwar nicht so spannend - nur Reihen von Tischen und Kabinen - aber der Tee war 40 Cent günstiger und es gab köstliche Apfel-Zimt-Muffins. Kathrin steckte auf der Autobahn bei dem brennenden ICE fest und ich musste mein Introvert-Sein überwinden und die ersten beiden Termine allein durchziehen. Puh!

Eine Agentin, deren Programm uns besonders gut gefällt, hat uns einen USB-Stick mit ALLEN Manuskripten und ALLEN Büchern aus der Backlist gegeben - ein absoluter Traum, denn ich möchte die Hälfte des Programms sofort verschlingen. Ich hatte also nach zwei Stunden auf der Messe bereits 120 Bücher eingesackt, ohne einen Cent bezahlt zu haben. Muhaha.

 

Während einer kurzen Pause zwischen zwei Terminen hatte ich dann etwas Gelegenheit, zu bummeln und habe mich in die Deko des Carlsen-Verlags verliebt: da die neuen Harry-Potter-Bände "auf alt" gemacht sind, haben sie eine kuschlige Bibliotheksecke mit Ohrensessel und Kamin eingerichtet! Wundervoll.

Ich habe es noch zum Ende des Droemer Knaur Bloggertreffs geschafft, habe allerdings die Präsentation der Frühjahrstitel verpasst - kein Problem, meine persönliche Bücherdealerin Patricia Kessler hat mir geflüstert, dass die Vorschau nächsten Monat versandt wird. Nach der Präsentation gab es ein Gespräch mit den Autoren von "Die Elemente des Todes" - sehr realistische Kriminalfälle. Anschließend konnten sich Interessenten das Buch schnappen und signieren lassen - coole Idee, aber nicht mein Genre.

Außerdem habe ich am Stand der Buchwissenschaftler der Uni Mainz vorbeigeschaut, in der Hoffnung, meine alte Lieblingsprofessorin zu treffen. Leider war sie nicht da, aber der Zweitprüfer meiner Bachelorarbeit, Herr Bläsi, hat sich dafür sehr nett mit mir unterhalten und war genauso begeistert von meinem Tag wie ich.

 

Ich liebe diese Branche einfach - wo sonst geht man über die größte Messe der Branche und eine Frau mit blauen Haaren erklärt einem Kerl im Anzug, wie das Frühjahrsprogramm aussehen wird? Wo sonst schlendern Autoren Arm in Arm und teils barfuß, die hochhackigen Schuhe in der Hand, durch die Gänge? Wo sonst trifft man Menschen mit weltbekannten Namen hinter sich in der Schlange am Hot-Dog-Stand? Hier sind alle Freunde, keiner ist besser als der Rest. Wundervoll. Ein großartiger Auftakt.

BuchmesseCon

Samstag ging es dann sogar noch früher los: um 8 Uhr war Aufbau angesagt, somit 6.30 Uhr aufstehen. Uff. Aber mit meinen verrückten Kollegen und motivierten Helfern (und viel schwarzem Tee) war das machbar und als um 9.45 Uhr die ersten Besucher vor den Türen standen und um Einlass bettelten, waren wir tatsächlich startklar.

Wenn die Buchmesse das größte Familientreffen der Branche ist, dann ist der BuCon (ja, DER - fragt nicht) die Küche, wo sich all die Introverts versammeln, um zusammen abzunerden und die Katze zu streicheln. Hier sind WIRKLICH alle eine große verrückte Familie - am deutlichsten zeigt sich mir das zur Mittagszeit im großen Saal, wenn Menschen vor Begeisterung aufspringen, auf andere zulaufen und dabei völlig vergessen, ihre Wertsachen im Auge zu behalten. Hier kommt nix weg, hier sind wir alle Freunde.

Da ich den ganzen Tag hinterm Stand stand, kam ich nicht viel zum Gucken, habe aber dennoch kurz bei Thomas Finn reingeschnuppert (Der silberne Traum) und mir endlich eine Hobbit-Efeu-Brosche zugelegt. Nach einer Stärkung, bestehend aus Wurst und Pommes, fand ich den Chaospony-Stand und schrie der armen Verlegerin ein "Ponyliebe!" entgegen. Belohnt wurde ich mit einer geheimnisvollen Kiste voller Lesezeichen, Süßkram und einer Landkarte.

Besonders schön fand ich, dass mehrere Leute an unseren Stand kamen und immer noch weiter beraten werden wollten und auch immer noch mehr gekauft haben, obwohl das Budget am Ende war / man eigentlich heimfahren wollte / das Auto so weit weg steht und die Tüte so schwer ist / ...

Ein finales Highlight war allerdings unser Kampf um das letzte Exemplar "Marco Polo" von Oliver Plaschka: Kathrin, Ask und ich wollten es - doch es gab nur noch eins. Also rekrutierte ich den Autor persönlich, eine Entscheidung zu fällen. Ganz der Nerd fragte er nach einem Würfel - und Fortuna war mit mir, hurra!

Um 19 Uhr folgte dann der Abbau - nach dem 12-Stunden-Arbeitstag war ein ordentliches Abendessen anschließend unerlässlich. Glücklicherweise folgte sogleich das nächste Highlight: wir gingen alle zusammen mit Judith & Christian Vogt, Oliver Plaschka, Henning Mützlitz und noch einigen anderen Autoren im Casa Grande nebenan essen. Absolut köstlich - sowohl das Essen, als auch die Unterhaltungen.

Ein wundervoller Tag und auch wenn Beine und Rücken nach der Couch schreien, habe ich mich prächtig amüsiert.

 

Sonntag wollten wir ja eigentlich nochmal privat auf die Buchmesse, hatten aber beide ein Kratzen im Hals und können aktuell keine Krankheitsausfälle gebrauchen. Daher waren wir mal voll erwachsen und sind nach Hause gefahren, zu heißem Tee und warmen Decken. Ich freue mich jetzt schon wahnsinnig auf nächstes Jahr und danke insbesondere Agga Kastell, Adam, Patricia Keßler und dem Feder & Schwert-Team für das grandiose Wochenende und die Erfüllung meiner Jugendträume.

 

Gekauft:

~ Twelve Doctors of Christmas

~ Richard Kadrey: Sandman Slim 1

~ Oliver Plaschka: Marco Polo

 

Goodies:

~ Postkarten von den Chris Riddell Illustrationen für "Beedle the Bard"

~ Ein russischer Coverdummy

~ Printausgabe "Generation Buch"

~ Postkarten zu Märchenbuch

~ Landkarte "Chroniken der Nebelkriege"

~ Landkarte vom Chaospony-Verlag

 

PS: Wow, das ist ein verdammt langer Bericht dafür, dass ich eigentlich nur gearbeitet habe...

Bonus: Preisregen!

Auf den beiden Messen werden im Lauf des Wochenendes unzählige Preise vergeben. Hier eine Übersicht von denen, die mir bisher begegnet sind:

~ ContentShift Startup des Jahres: SigmundTalks.io und SummarizeBot (Quelle)

~ Young Excellence Award: Nadine Nitsche (Quelle)

~ Alternativer Literaturnobelpreis: Maryse Condé (Quelle)

~ Buchblog-Award: Diverse -> Link

~ Kindle Storyteller Award: Ella Zeiss (Quelle)

~ Friedenspreis des dt. Buchhandels: Aleida und Jan Assmann (Quelle)

~ Jugendliteraturpreise: Diverse -> Link

~ Julius-Campe-Preis: Christian Petzold (Quelle)

~ Tukan Preis: Susanne Röckel (Quelle)

~ BuCon Ehrenpreis: Eric Schreiber & Werner Fuchs (Quelle)

~ Story-Olympiade: Diverse -> Link

~ Buchmesse Film Awards: Diverse -> Link

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Kommentare: 1
  • #1

    Papa (Dienstag, 16 Oktober 2018)

    Ein wirklich schöner Bericht und... wieder einmal typisch Du. Weiter so.

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zuletzt aktualisiert 16.11.2018